„Wir wissen, dass wir Zukunft haben“

„Wir wissen, dass wir Zukunft haben“

Aus der Thüringer Allgemeinen vom Mittwoch den 29. Dezember 2021, Seite 14

Nägelstedt im Landesfinale des Dorf-Wettbewerbs. Jury wird für Frühsommer erwartet

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Ortsbürgermeister Torsten Wronowski (links) und Ortsteilrat Knut Seifert am Schieferhof. Foto: Claudia Bachmann

Von Claudia Bachmann:

Nägelstedt Als Viertplatzierter im Regionalwettbewerb schafft Nägelstedt den Sprung ins Landesfinale „Unser Dorf hat Zukunft“.

Es ist ein Motto, das man in der Unstrut-Gemeinde lebt: Der 24-Stunden-Markt steht vor der Eröffnung. Die Musikschule ist errichtet, so dass es nun an den Innenausbau geht. Das Neubaugebiet wächst ständig, und ein neues Baugebiet hält man für notwendig.

Ortsbürgermeister Torsten Wronowski (parteilos) und der nicht weniger umtriebige Ortsteilrat Knut Seifert hoffen darauf, 2022 im Landeswettbewerb die Jury bei einem Vor-Ort-Termin überzeugen zu können. In diesem Jahr wurden die Plätze im Regionalfinale anhand von Fotos, Beschreibungen und einem ausgefüllten Fragenkatalog vergeben.

Bei der Bewerbung Bemühen um Authentizität

„Natürlich hätten wir auch posen können, wie es so schön heißt, hätten eine Agentur bemühen können, die uns brillante Fotos liefert. Aber wir wollten authentisch sein“, sagt Seifert schmunzelnd. Man sei stolz auf den vierten Platz und doch – so ist es herauszuhören — hätte man sich von einem Vor-Ort-Termin durchaus viel versprochen. „Wir wissen, dass wir ein zukunftsfähiges Dorf sind“

Knut Seitert

Wenn es in den Landeswettbewerb geht, dann wolle man noch einmal von Bollstedt lernen, von jenem Mühlhäuser Ortsteil, der 2019 Gold im Bundeswettbewerb errungen hatte, im Januar 2020 in Berlin, auf der Grünen Woche, dafür ausgezeichnet wurde und nun auf europäischer Ebene antreten möchte. Wichtige Impulse verspricht man sich von Bollstedts Ortsbürgermeister Thomas Ahke (Freie Wähler).

Nägelstedt will wuchern mit dem Pfund aus Historie mit dem Stiftsgut, dem Vereinsleben um das inzwischen überregional bekannte Bauerntheater, mit Lutherweg und Unstrut-Radweg und einem hohen Zuzug.

„Dass die Menschen, die ins Neubaugebiet gezogen sind, anders als in anderen Dörfern, bei unseren Festen dabei sind, sich aktiv einbringen, selbst auf die Vereine zugehen — das spricht doch für Nägelstedt“

Torsten Wronowski

Dass das Dorf so gut funktioniert, das sei auch der Zusammenarbeit der Gewerbetreibenden zuzuschreiben. Und was den Zuzug angeht, der beschränkt sich nicht nur auf neue Einfamilienhäuser; auch Häuser im Ortskern stünden selten lange leer, sagt der Ortsbürgermeister und erzählt mit etwas Stolz die Geschichte eines Hamburger Ehepaars, das sich in den Ort Nägelstedt verliebt hat, als es per Rad an der Unstrut unterwegs war, ein Haus saniert hat und das Dorf an der Unstrut als eine Art Sommerresidenz nutzt.

Wronowski, der seit 2004 im Amt ist, hat bereits neue Projekte im Kopf.

„Uns geht es darum, das ins Dorf zu holen, was wir noch nicht haben. So wie eben den Rund-um-die-Uhr-Selbstbedienungsmarkt»

Torsten Wronowski

Entstanden ist in den vergangenen Monaten auch ein Konzept für das Schäferhaus, das letzte noch leerstehende Gebäude innerhalb des Ensembles Stiftsgut. Der Ortskirchenrat könne sich vorstellen, daraus ein Pilgerhaus und ein Gemeindezentrum zu machen. Eine andere Aufgabe, die derzeit ansteht, ist zu klären: Wie wollen wir jene Räume nutzen, in denen aktuell die Musikschule ihr Ausweichquartier hat, bis der Neubau zu nutzen ist.

Zudem sollen die Rad-Touristen Anlaufpunkte zum Verweilen bekommen, auch mehr Führungen durch die historischen Gebäude.

Kann es wegen der Coronabestimmungen auch im Frühsommer 2022 keine Vor-Ort-Termine der Jury geben, dann soll der Wettbewerb um ein Jahr verschoben werden. Den Nägelstädtern passt das gut, denn sie meinen: Den besten Blick darauf, wie sehr unser Dorf Zukunft hat, den erhält man, wenn man im Dorf unterwegs ist.

Nägelstedt im Landesfinale des Dorf-Wettbewerbs. Jury wird für Frühsommer erwartet

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